Optimale Länge von Blogbeiträgen (Bild: Pixabay)

“Lange Blogbeiträge sind besser als kurze”: Stimmt diese oft gehörte Aussage? Nein! Das sind die Gründe dafür.

Blogparade: Wie lang muss ein Artikel sein?

300, 500, 1.000 oder gar 3.000 Wörter: Wie lange sollte ein Blogbeitrag sein? Diese Frage beschäftigt Blogger und Texter immer wieder. So rief zum Beispiel Ronny von Blog-als-Nebenjob.de zu einer Blogparade auf, sich diesem Thema zu widmen.

Da mir das Thema schon lange auf den Nägeln brennt, nehme ich das Stöckchen gerne auf. Hier also meine Meinung zum Thema “Optimale Textlänge von Blogbeiträgen”.

Meine übliche Frage: Was ist das Ziel?

Was mich bei vielen Beiträgen über die optimale Textlänge stört, ist die unkonkrete Fragestellung. Was versteht denn der Fragensteller unter “optimal”? Welche Ziele oder Messgrößen sind damit verknüpft?

Geht es um die Textlänge, bei der sich die Zielgruppe optimal informiert fühlt? Um die optimale Textlänge für ein gutes Google-Ranking? Um die optimale Länge, um die Verweildauer zu erhöhen? Oder um die optimale Länge, um Business-Ziele wie Conversions (zum Beispiel für Leads) zu erhöhen?

Um eine passende Antwort geben zu können, muss man das Ziel hinter der Frage nach der optimalen Textlänge kennen.

Lange Texte = super für SEO?

Wenn es um die Länge von Blogbeiträgen geht, wird oft die SEO-Keule herausgeholt. Denn die Suchmaschinen-Optimierung ist ja scheinbar der einzig wahre Grund, warum ein Blog betrieben wird. Das sehe ich ganz und gar nicht so! Warum, das erläutere ich in meinem Beitrag “Müssen Firmenblogs unbedingt für SEO optimiert sein?”.

Schielt man jedoch auf eine Spitzenplatzierung bei Google und Co., gibt es meist eine Aussage: längere Blogposts sind ideal für SEO. Ausführliche Beiträge ranken bei Google besser, so das Ergebnis verschiedener Erhebungen (zum Beispiel die oft herangezogene Analyse von Backlinko).

Länge Treffer bei Google (Bild: Backlinko)

Ja, es mag sein, dass Google holistische Texte mag. Also ausführliche Texte, die ein Thema von A bis Z erläutern – so wie ein Wikipedia-Beitrag.

Doch wir alle wissen, dass ein langer Text alleine keinen Blumentopf gewinnt. Google und die anderen Suchmaschinen-Betreiber haben hunderte Ranking-Kriterien, die Textlänge ist nur eines davon.

Auch kurze Texte können rocken

Wenn du nach bestimmten Begriffen googelst, merkst du schnell, dass die Suchmaschine dir nicht nur lange Blogbeiträge oder Webseiten mit viel Inhalt empfiehlt. Manchmal gibt es Treffer, auf deren Seiten fast kaum etwas steht – trotzdem wurden sie dir empfohlen. Warum?

Antwort 1:
Weil die Trefferseiten genau den Inhalt liefern, nach dem du suchst. Wenn du nur eine spezielle Frage beantwortet haben möchtest, benötigst du kein Ergebnis in Bibel-Länge. Aber genau das bieten viele holistische Texte mit 3.000 Wörtern und mehr. Too much information!

Antwort 2:
Weil Google und Konsorten die Ergebnisse personalisieren. Sie schneiden die Treffer auf dein Profil und deine Suchintention vor. Wenn du nach “Hotel Mainz” suchst, möchtest du höchstwahrscheinlich keinen Beitrag über die Hotelerie-Geschichte der Stadt Mainz, noch einen Wirtschaftsbericht aller Hotel-Betreiber. Du willst lediglich ein Hotel finden, in dem du übernachten kannst.

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Die Fixierung auf SEO ist nicht alles

Die Onpage- und Offpage-Optimierung von Websites ist wichtig – sofern du ein wirtschaftliches oder Traffic-orientiertes Ziel damit verfolgst. Wie gesagt: Beim Thema (Firmen-)Blogs denke ich, dass nicht alle für Suchmaschinen optimiert sein müssen.

Beschäftigst du dich mit den möglichen SEO-Maßnahmen, kriegst du unzählige Ratschläge: Du sollst sauber die Keywords recherchieren, viele Synonyme verwenden, den WDF*IDF-Wert verbessern, die Keyword-Dichte im Blick behalten etcetera. Und du hast natürlich auf die Textlänge zu achten, die sei ja total wichtig.

Ja, das alles kann man machen – muss man aber nicht zwangsläufig. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Blogbeiträge, bei denen viele (vermeintliche) SEO-Must-Haves nicht erfüllt werden, trotzdem Top-Rankings und beste Sichtbarkeitswerte erreichen können. So geschieht es immer wieder bei meinem Projekt StartUpWissen.biz.

Da gibt es zahlreiche Erklärtexte und Ratgeber, die ganz vorne ranken, obwohl sie nur 300 bis 500 Wörter haben. Manche Beiträge schaffen es sogar als Quelle für Wikipedia zu dienen (beispielsweise “Was bedeutet eigentlich … Disruption?”).

Warum sind diese Beiträge so gut? Weil sie genau die Fragen der Leser beantworten. Wie schon erwähnt, möchten viele Suchende nur kurze Antworten erhalten. Kompaktes Wissen in wenigen Absätzen, das reicht. Punkt.

Was ist nun die optimale Textlänge?

Es kommt auf die Anforderungen an. Welche Intention hat deine Zielgruppe? Nach was suchen deine Leser? Was erfahren deine Leser durch deinen Blogbeitrag? Wie hilfst du ihnen weiter? Was möchtest du mit deinem Text erreichen?

Zudem gilt: Ein Text ist zu Ende, wenn das Thema zu Ende erzählt ist. Viele umfangreichen Ratgeber – so mein Eindruck – werden künstlich aufgebläht, um möglichst viele (angebliche) SEO-Kriterien zu erfüllen.

Qualität statt Quantität, das ist das Motto fürs Content Marketing!  Denn dass die Länge nicht alles ist, was zählt, wissen wir ja auch aus anderen Bereichen 😉

Ergänzung: Was sagt Sistrix zum Thema?

Nachdem ich diesen Beitrag schrieb, stolperte ich über einen passenden Sistrix-Post. Hieraus möchte ich einen sehr guten Absatz zitieren:

“Empfehlungen mit einem Anspruch auf Allgemeingültigkeit wie ‘mindestens XXX Wörter’ sind Unfug und ein schlechter Ratgeber. […] Ein Statistik-Beispiel, das den Trugschluss von solchen pseudowissenschaftlich Empfehlungen verdeutlicht. Die Durchschnittsgröße der Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft lag 2014 bei 1,85 Metern. Wäre es deshalb klug als Fußballtrainer nur Spieler aufzustellen, die mindesten 1,85 Meter groß sind? Man hätte auf wendige Spieler wie Phillipp Lahm (1,70 Meter) und Mario Götze (1,71 Meter) verzichtet. Deutschland wäre ohne diese Spielertypen und ohne das Siegestor von Götze im Endspiel gegen Argentinien wahrscheinlich nicht Weltmeister geworden.”

Bilder: Pixabay, Backlinko

1 thought on “Was ist die optimale Länge für einen Blogbeitrag?

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