VZ.net Screenshot

Wie kürzlich bekannt wurde, schließt StudiVZ seine Pforten. Dafür gibt es nun den Nachfolger VZ.net. Der König ist tot – lang lebe der König!?

Wie gut ist VZ.net?

Wird VZ.net der neue, starke Konkurrent zu Facebook? Der “good Cop”, der keine Daten verkauft und nicht in unserem Privatleben herumspioniert? Warten wir es ab.

Ich habe mir das neue soziale Netzwerk mal durch die Marketing-Brille angeschaut. Und dabei schwang die große Frage mit: Lohnt es sich als Unternehmen, hier aktiv zu sein?

Meine schnelle Antwort lautet: Nein.

Mittelfristig würde ich es wie Franz Beckenbauer halten: “Schaun mer mal, dann sehn mer scho.” 

Was ist VZ.net eigentlich? Was macht es anders?

Aktuell wirkt es so, das deutsche Netzwerk solle kein Marktplatz der Eitelkeiten werden. Die Präsentation eurer Urlaubsfotos und Katzenvideos steht wohl nicht im Vordergrund.

Stattdessen ist VZ.net derzeit (Stand: 2. April 2020) eine Ansammlung von Foren. Und damit ähnelt es den Facebook- und Xing-Gruppen: Man tritt einem Forum bei, postet und kommentiert. Eure Freunde sehen dann, wo ihr eure Meinung hinterlassen habt. Und was in den von ihnen abonnierten Gruppen gepostet wurde.

Selbstverständlich könnt ihr auch eigene Gruppen starten. Hierbei wird unterschieden in:

  • Forum: Eine Gruppe mit verschiedenen Kategorien bzw. Kanälen
  • Plaudergruppe: Eine private Gruppe für den Austausch mit Freunden.
  • Channel: Diese Gruppe ähnelt einem Blog. Es können neben Textbeiträgen auch Bilder und Videos als Aufmacher gepostet werden.

Zudem könnt ihr Events einstellen und mit vernetzten Personen chatten. Und Onlinegames soll es auch bald geben.

Möchte man wie in Facebook & Co. einen persönliche Ecke aufbauen, sollte man die “Channels”-Funktion nutzen.

Es steht und fällt mit dem Content

Jedes Social Network lebt von seinen Usern und ihren Interaktionen. Im Fall von VZ.net mit der Auswahl an Gruppen und den Inhalten. Aktuell sieht es hier sehr mau aus.

Zum einen gibt es nur wenige Gruppen. Und es dominiert die Auswahl an Spaß-Angeboten wie “Brot kann schimmeln, was kannst du?”, “Scheiß Party, wenn ich meine Hose finde, geh ich heim” oder “Fahr doch da vorne du Spast!”. Obwohl die teilweise hunderte oder gar tausende Mitglieder haben, passiert da nichts. 

Noch düsterer sieht es bei seriösen Gruppen aus, zum Beispiel zu den Themen Onlinemarketing und Fotografie. Die Tumbleweeds kann man förmlich über den Bildschirm rollen sehen.

Das bedeutet: VZ.net ist noch kein Netzwerk, um Inhalte zu posten. Zumindest nicht, wenn man eine große Reichweite und viele Reaktionen erwartet.

VZ.net-Gruppe von StartUpWissen.biz

Unter https://www.vz.net/groups/startupwissen/forum habe ich testweise mal eine eigene Gruppe gegründet. Der Ansturm hielt sich bislang in Grenzen… ^^

Gibt es andere Vermarktungsmöglichkeiten?

Unter dem Menüpunkt “Werbefabrik” findet man eine Media-Broschüre, warum VZ.net so toll ist. Diese erklärt, warum Unternehmen dort nun Bannerwerbung schalten sollten.

Nun ja. Das PDF beschreibt eher einen Wunsch- als den Ist-Zustand. Ich bezweifle zum Beispiel, dass die 9,7 Millionen Karteileichen der ehemaligen VZ-Netzwerke wirklich zu VZ.net wechseln. Aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren.

Mein Ersteindruck

Fangen wir mit dem Positiven an: Ich finde es super, dass ein deutsches Unternehmen den übermächtigen US-Netzwerken Paroli bieten möchte. Und dass es Datenschutz als wichtigen USP auserkoren hat.

Was aktuell negativ auffällt: Es ist einfach zu wenig los. Noch? Vielleicht. 

Es kann somit nicht schaden, VZ.net auf dem Schirm zu haben und zu beobachten. Vielleicht wird es der nächste “heiße Scheiß”? Ein soziales Netzwerk made in Germany, dass endlich mal Facebook den Rang abläuft – zu wünschen wäre es!

Ich bleib mal dran.

Bilder: VZ.net

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