Buchtipps für Digitalisierung, Disruptionen, Innovationen, Lean Startups (Bild: Shutterstock)

Mit diesen Buchtipps öffnest du deinen Kopf für neue Horizonte. Und du erhältst wichtige Tipps zu den Themen Entrepreneurship und Digitalisierung.

Lesen, lernen, besser machen

Obwohl ich viele Webseiten / Blogs lese sowie Podcasts höre, bin ich weiterhin ein Fan von gedruckten Büchern.

Meiner Meinung nach können Fachbücher als eBooks nicht überzeugen. Warum? Weil ich interessante Passagen mit Post-Its markiere und auch Anmerkungen in die Bücher reinschreibe. Ein Fachbuch ist für mich wie ein Schulbuch: ein Hilfsmittel zum Lernen UND zum Arbeiten.

Folgende Bücher haben mich in den vergangenen Monaten besonders inspiriert:

Business für Punks

Noch nie habe ich bei einem Sachbuch so oft gelacht wie bei Business für Punks*. Es trägt zurecht den Untertitel “Brich alle Regeln!”. Ja, man könnte diesen Ratgeber als Anti-Ratgeber bezeichnen.

Die große Essenz des Autors ist: Höre nicht auf Berater und andere Menschen, zieh einfach dein Ding durch. Gehe deinen Weg, aber den konsequent. Bleibe stets außergewöhnlich. Sei ein Punk.

Obwohl “Business für Punks” ein Anti-Ratgeber ist, liefert das Buch trotzdem einige Ratschläge. Diese basieren auf den eigenen Erfahrungen von James Watt. Der gründete zusammen mit einem Freund BrewDog. BrewDog startete als kleine Craftbeer-Brauerei und ist heute ein großes Unternehmen. Eines, das die fest zementierte Bier-Branche aufbrach und durcheinander brachte.

Kapitelbezeichnungen wie “Unternehmensgründung für heimatlose Selbstschutzmilizen”, “Betteln. Borgen. Täuschen. Schmuggeln.” oder “Sorg dafür, dass man dich hasst” laden ein zum Lesen, zum Lachen und zum Lernen.

Wenn ich Selbstständigen und StartUp-Gründern nur ein Buch empfehlen dürfte, dann wäre es Business für Punks.

Start-up Skills

Ja, der Untertitel Der Guide für Entrepreneure und Querdenker hat mittlerweile einen seltsamen Touch. Wie der Co-Autor, Professor Dr. Sebastian Pioch, in der 21. Folge des USP Marketing Podcast gestand, würde er den Begriff “Querdenker” aus dem Subtitel streichen.

Trotzdem kann ich auch Start-up Skills* allen Gründern wärmstens ans Herz legen. Es beschreibt unter anderem, wie Entrepreneure ihr Geschäftsmodell finden, die Marktfähigkeit testen und ein wachsendes Business darauf aufbauen.

Was mir am besten an dem Buch gefällt? Seine Aufmachung. Es ist kein typischer Ratgeber, bei dem der Autor sein Fachwissen niederschreibt. Stattdessen liest es sich eher wie eine Unterhaltung unter StartUp-Experten: Hauke Windmüller (Familonet), Tarek Müller (AboutYou), Matthias Henze (Jimdo), Lea-Sophie Cramer (Amorelie) und weitere namhafte deutsche Gründer geben Insights, Sebastian Pioch ergänzt das um sein Fachwissen.

“Perfekter Hybrid aus Best Practice und theoretischem Hintergrund”, fasst es ein Amazon-User dieses Buch zusammen. Dem kann ich voll und ganz zustimmen.

Besser als der Zufall

Clayton M. Christensen gilt als der Erfinder des Begriffs “Disruption”. Und der im Januar 2020 verstorbene Harvard-Professor entwickelte Jobs To Be Done (JTBD).

Dahinter steckt eine Methode, mit der Unternehmen und Entrepreneure herausfinden können, wie ihre Kunden wirklich ticken. Denn: Was wir Menschen denken, was wir sagen und wie wir am Ende handeln, sind drei Paar Schuhe.

Hinter JTBD steckt eine besondere Form der Marktforschung, bei der durch spezielle Fragemethoden die wahren Beweggründen eines Kaufs herausgefunden werden können. Da ich selbst schon ein JTBD-Seminar besucht habe, muss ich sagen: Wow!

Die Anwendung von Christensens Strategie bietet sehr interessante Einblicke. Als Ergebnis können Produkte und Dienstleistungen besser auf die Endkunden abgestimmt werden.

Besser als der Zufall* ist ein guter Eintritt in die Welt der Jobs To Be Done. Leider fällt das Buch meiner Meinung nach an vielen Stellen zu theoretisch aus. Ich hätte mir mehr praktische Ratschläge gewünscht.

Hörtipp: Mehr über die Anwendung von Jobs To Be Done erfährst du in dieser Podcast-Folge mit dem deutschen “JTBD-Papst” Eckhart Böhme.

Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung

Was bedeutet eigentlich Digitalisierung? Wie kam es zu dem digitalen Wandel? Was steckt hinter Robotik, KI, Darknet, Bitcoin oder Virtual Reality? Philip Specht erklärt die wichtigsten Fachgebiete der Digitalisierung auf rund 350 Seiten.

Was mir an Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung* gefällt, ist sein Aufbau. Philip fängt langsam an. Er erklärt zuerst die Komponenten eines Computers, dann geht er weiter zur Entstehung des Internets und des WWWs, um dann bei aktuellen Themen wie Cloud, Big Data & Co. zu landen. Am Schluss blickt er in die nahe Zukunft: autonomes Fahren, digitale Ethik, Killerroboter und virtuelle Sexualität.

Somit ist das Buch wie eine Chronik der Digitalisierung gestaltet. Das Gute daran: Man kann einzelne Kapitel überspringen oder hin und her springen, und trotzdem versteht man den Inhalt. Nun ja, zumindest, wenn man sich mit dem Thema Digitalisierung ein wenig beschäftigt.

Philip ist es gelungen, einen Schreibstil zu finden, der “Digital-Newbies” und “Tech-Nerds” gleichermaßen gefällt. Die Informationen sind tiefgehend recherchiert, aber trotzdem nicht trocken und langweilig aufbereitet – ganz im Gegenteil. Deswegen habe ich mit Vergnügen viele Kapitel über Themen gelesen, bei denen ich eigentlich schon lange tief drin bin.

Ehrlich gesagt habe ich lange überlegt, mir “Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung” zuzulegen. Ich erwartete eine nüchterne Auflistung von Digital-Themen. Etwas, was ich im Netz kostenlos finden würde. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Dieses Buch ist informativ und unterhaltsam zugleich. Ich möchte es nicht mehr missen!

Startup-DNA & 10xDNA

Jeder, der mich kennt, weiß: Ich bin ein großer Fan von Frank Thelen. Und das, obwohl mir “Die Höhle der Löwen” nicht gefällt (den Grund erkläre ich in meinem Blogbeitrag “Darum sind die meisten Start-ups gar keine Start-ups”).

Frank ist jemand, der mit seinen Worten der deutschen Wirtschaft und Politik, welche die Digitalisierung in vielen Teilen verpennt hat, einen Arschtritt gibt. Zugleich ermutigt Frank die deutschen Gründer weiter durchzuhalten. Er ist ein kritischer Vordenker mit Promi-Faktor, von denen wir in Deutschland mehr bräuchten.

Das, was Frank ausmacht, strahlt auch sein Buch Startup-DNA* aus. Es ist einerseits eine Autobiografie, in welcher der Seriengründer die krassen Hochs und Tiefs seines kurzen, aber trotzdem spannenden Business-Lebens beschreibt. Andererseits gibt Frank interessante Einblicke in kommende DeepTech-Innovationen, zum Beispiel mit seinem “Baukasten für die Zukunft”.

Die Idee des Baukastens der Zukunft spinnt er in seinem zweiten Buch weiter. In 10XDNA* erklärt er, wie echte Disruptionen funktionieren: Die Geschäftsmodelle skalieren nicht um 10%, sondern um den Faktor 10. Das wird möglich durch eine Fokussierung auf Digitalisierung und DeepTech.

Beides zusammen ergibt das, was heute noch wie Science-Fiction klingt: autonom fahrende Autos, gezielte Genmanipulation oder Quantencomputer.

Ich habe beide Bücher von Frank Thelen verschlungen. Und ich werde sie sicherlich noch einige Male aus meinem Bücherregal holen, um mich davon inspirieren zu lassen.

Lean Startup

Lean Startup* von Eric Ries ist fast zehn Jahre alt. In der heutigen, schnelllebigen Zeit könnte man es fast schon als alten Schinken bezeichnen. Trotzdem halte ich es für absolut lesenswert. Es gilt nicht umsonst als das Standard-Werk für Start-ups.

Eric Ries ist der Erfinder der Lean-Startup-Methode, welche er in diesem Buch beschreibt. Er erklärt, wie man Ideen und Konzepte schnell und einfach auf die Straße bringen kann. Zum Beispiel durch das Validated Learning mittels MVPs. Das Ergebnis ist ein Prozess, der aus der Dauerschleife Build-Measure-Learn besteht. Das sind die Grundprinzipien vieler moderner Denk- und Arbeitsweisen, zum Beispiel beim Design Thinking und bei Scrum.

Machen statt Labern; schnell liefern anstatt monatelang zu planen; Erkenntnisse sammeln statt Vermutungen anstellen: Darum geht es bei echten Start-ups. Davon sollten sich IMHO viele Unternehmen eine dicke Scheibe abschneiden.

Ich habe Erics Buch kürzlich zum zweiten Mal gelesen. Es hat mir erneut viele neue Erkenntnisse gebracht und altes Wissen reaktiviert. Aber mir fiel erneut auf, dass Lean Startup für mein Gefühl zu lang ausfällt. Eric verfällt an einigen Stellen in einen Schwafel-Modus. Wenn man bei dem Buch 50% wegstreicht, würde nichts Wichtiges fehlen.

Nichtsdestotrotz sage ich: Lesetipp!

Warum empfehle ich diese Bücher?

Zugegeben, es gibt unzählige lesenswerte Fachbücher. Doch ich habe die hier genannten für meine aktuellen Buchtipps auserkoren, da sie mich derzeit bewegen und aus der Unternehmer-Seele sprechen.

Ich denke, Sie passen gerade perfekt zu meinem Leben als Freelancer. Und Sie könnten auch dein Business verbessern. Denn:

  • Die Digitalisierung wälzt gerade unser aller Leben um. Also sollte jeder Bescheid wissen, welche Facetten der Digitale Wandel mit sich bringt.
  • Digitale Produkte können nicht mit klassischen Projektmanagement-Methoden entwickelt werden. Es gilt, agil und schnell zu sein.
  • Auch große Unternehmen sollten in einzelnen Bereichen wie Start-ups denken und handeln. So können sie auf die immer rasanteren Veränderungen reagieren und mit eigenen Innovationen voran preschen.
  • Als Selbstständiger oder Mini-Unternehmen gelten erst Recht die Faktoren Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit, Innovationskraft und Fachwissen! Nur so kann man als Schnellboot den großen Tankern einen Schritt voraus sein. Und diesen Vorteil an seine Kunden weitergeben.

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